Alles, was Sie schon immer über Ozeane wissen wollten
Ozean, Meer, Zuhause
Was ist ein Ozean?
Als Ozean bezeichnet man einen Teil der Weltmeere der Erde. Die Ozeane oder die Meere sind die miteinander verbundenen Gewässer der Erde, die Kontinente umgeben und nicht durch Land unterbrochen werden. Begrifflich mag dies verwirrend sein: Im Deutschen heißen die Meere im Norden Nord- und Ostsee, wohingegen innerländische Seen Meeresnamen tragen, beispielsweise das Steinhuder Meer.
Insgesamt gibt es fünf irdische Ozeane:
1. Arktischer Ozean (das Nördliche Eismeer)
2. Südlicher Ozean (das Südpolarmeer)
3. Atlantischer Ozean (Atlantik)
4. Indischer Ozean (Indik)
5. Pazifischer Ozean (Pazifik)
Arktischer Ozean
Der Arktische Ozean bzw. das Nordpolarmeer oder Nördliche Eismeer ist der kleinste Ozean der Erde mit etwa 14.050 Millionen Quadratkilometern. Er befindet sich im äußersten Norden der Nordhalbkugel der Erde. Da er sich inmitten mehrerer Kontinente befindet, wird er auch als Interkontinentales Mittelmeer bezeichnet. Er ist in großem Maße mit Eis bedeckt, seine tiefste Stelle liegt vermutlich im Molleytief unweit von Spitzbergen, wo er eine Tiefe von 5.608 Metern aufweist.
Der Arktische Ozean grenzt an Alaska, Kanada, Russland, Island und Norwegen. Aufgrund der vielen Anrainerstaaten ist die politische Zugehörigkeit und Verantwortung nicht einfach zu klären. Immer wieder gibt es hierzu politische Konflikte, derzeit noch auf niedrigem Niveau - jeder der Anrainerstaaten möchte sich Besitzrechte sichern, um auf die großen natürlichen Ressourcen, die sich im Meeresboden befinden, in Zukunft zugreifen zu können.
Südlicher Ozean
Der Südliche Ozean bzw. das Südpolarmeer oder Südliche Eismeer ist der zweitkleinste Ozean der Welt mit einer Ausdehnung von 20,33 Millionen Quadratkilometern. Geografisch kann man ihn südlich des 60. Breitengrades einordnen, in nördlicher Richtung geht er in den Atlantik, den Indik und den Pazifik über. Seine tiefste Tiefe hat er in der Süd-Sandwich-Rinne südlich der Thuleinseln, hier geht er bis auf 7.248 Meter runter.
Im Winter frieren die größten Teile des Ozeans zu und ergeben eine dicke Packeisdecke. In vielen Monaten des Jahres ohne Eis ist er sehr stürmisch, Schifffahrt ist dort schwierig und gefährlich.
Atlantischer Ozean
Der Atlantische Ozean wird auch Atlantik genannt. Er ist nach dem Pazifik das zweitgrößte Meer der Welt. Entstanden ist er durch die Teilung des Urkontinents, heute trennt er Europa und Afrika vom amerikanischen Kontinent. Er hat eine Ausdehnung von 106 Millionen Quadratkilometern und bedeckt ca. ein Fünftel der Erde. Sein Volumen beträgt 354,8 Millionen Quadratkilometer, seine maximale Tiefe erreicht er im Milwaukeetief bei Puerto Rico, wo er 9.219 Meter nach unten reicht. Er liegt fast ausschließlich auf der westlichen Halbkugel der Welt, er wird begrenzt durch die Arktis im Norden, Europa im Nordosten, Afrika im Südosten, Südamerika im Südwesten und Nordamerika im Nordwesten.
Der berühmte Golfstrom zieht mitten durch den Atlantik bis hoch nach Grönland und bringt so meist relativ mildes Klima nach Nordeuropa. Aufgrund der wirtschaftlichen Beziehungen der westlichen Welt und der damit einher gehenden Transitbewegungen ist der Atlantik so ziemlich das meist befahrene Meer der Erde.
Noch heute tritt ständig Lava aus den Tiefen des Meeres hervor, so dass sich die Ausdehnung des Ozeans verändert, sie wächst - die Kontinente driften immer weiter auseinander.
Indischer Ozean
Der Indische Ozean wird auch Indik genannt. Er hat eine Fläche von 74,9 Millionen Quadratkilometern, was ungefähr 14,6 % der erdlichen Oberfläche ausmacht. Er ist somit der drittgrößte Ozean der Welt. Seine Ausdehnung geht bis zur Antarktis und an den afrikanischen, asiatischen und australischen Kontinent. Sein Volumen liegt bei 292 Millionen Kubikmetern. Die tiefste Stelle ist das Diamantinatief, hier geht es insgesamt 8.050 Meter unter NN.
Zu trauriger Berühmtheit gelangte das Meer durch den Tsunami vom 26. Dezember 2004, als ein Unterwasserbeben (Sumatra-Andamanen-Beben) bei Sumatra eine riesige geografische Region überrollte - die dadurch ausgelösten Flutwellen kamen vor allem in Indonesien, Thailand und Sri Lanka an Land, insgesamt starben etwa 250.000 Menschen, mehr als 1,5 Millionen Menschen rund um den Ozean wurden obdachlos. Die Auswirkungen waren bis ins 5.000 Kilometer entfernte Somalia spürbar.
Pazifischer Ozean
Der Pazifische Ozean wird auch Pazifik oder Stiller Ozean, manchmal auch Großer Ozean genannt - er ist das größte und tiefste Meer der Welt. Er befindet sich zwischen der Arktis, Nordamerika, Mittelamerika, der Antarktis, Australien, Ozeanien und Asien. Seine Ausdehnung liegt bei 182 Millionen Quadratkilometern, er nimmt damit 35 % der Erdoberfläche ein und macht 50 % der erdlichen Meeresfläche aus, ist damit größer als alle Kontinente zusammen. 715 Millionen Kubikmeter beträgt sein Volumen, seine tiefste Stelle liegt im Marianengraben bei 11.035 Metern.
Unter der Oberfläche ist der Ozean nicht so ruhig, wie er genannt wird - innerhalb eines Vulkanrings kam es im letzten Jahrhundert zu vielen kräftigen Erdbeben. Seebeben sind hier auch keine Seltenheit. Darüber hinaus sind hier auch immer wieder Wirbelstürme zu beobachten, die als Taifun oder Hurrikan bekannt sind.
Die 7 Weltmeere?
Die beiden erstgenannten Ozeane fallen bei der Aufzählung häufig heraus, der Arktische Ozean wird hierbei als Teil des Atlantiks betrachtet, der Südliche Ozean zu den anderen Dreien hinzugerechnet.
Historisch wird auch häufig von den 7 Weltmeeren gesprochen, neben Atlantischem, Indischem und Pazifischem Ozean werden hier auch das Karibische Meer, das Mittelmeer, das Gelbe Meer und die Nordsee einbezogen.
71 Prozent der Erdoberfläche werden von Meeren bedeckt. Konzentriert liegen sie vor auf der Wasserhemisphäre im Pazifik bei Neuseeland. Auf der gegenüber liegenden Landhemisphäre befinden sich Atlantik, das Nordpolarmeer, Teile des Südpolarmeers und des Indiks. Das Volumen der Weltmeere liegt bei 1,34 Milliarden Kubikkilometer, das sind ca. 96 % des weltweiten Wasservorkommens. 32 % der Weltmeere sind 4000 - 5000 Meter tief. Die Unterwasserflora der Ozeane produziert insgesamt 70 % des Sauerstoffs, den wir atmen - ein ganz wichtiger Faktor also für unser eigenes Überleben.
Unterscheidung der Ozeane
Eine Unterscheidung der Ozeane kann anhand von Volumen, Salzgehalt, Wellen, Meeresströmungen, erdgeschichtliche Entwicklungen und Gezeiten vorgenommen werden. Aber auch die Bodenbeschaffenheit, die als Rücken, Schwellen oder Rinnen auftreten kann, ermöglicht eindeutige Abgrenzungen. Allen gemein dürfte das Auftauchen von Inseln sein, die sich als Voll- oder Halbinseln aus dem Wasser nach oben verdeutlichen. Die Nord- und Südpolarmeere sind heute noch weitgehend mit Eis bedeckt.
Ozeanboden
Der Ozeanboden stellt sich als Oberfläche ozeanischer Erdkruste dar. Wie diese schließlich aussieht, hängt von der überall vorherrschenden Plattentektonik ab. Plattentektonik befördert das Entstehen neuen Ozeanbodens an den mittelozeanischen Rücken und taucht anschließend in eine Tiefseerinne ab, um im Erdinneren zu verschwinden. Aus diesem Grund können Ozeane größer oder kleiner werden, neu entstehen oder verschwinden. Der Atlantik beispielsweise soll erst 150 Millionen Jahre alt sein. Im Durchschnitt liegt der Boden der Ozeane ca. 3,9 Kilometer unter dem Meeresspiegel.
Wasserbewegungen
Die Körperlichkeit des Wassers eines Ozeans ist absolut nicht einheitlich, sie ist vielmehr abhängig von der Tiefe und verändert sich daran ausgerichtet. Stabile und sehr große Wasserbewegungen sind Strömungen wie zum Beispiel das Globale Förderband. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus mehreren Meeresströmungen, die vier der fünf genannten Ozeane miteinander verbinden. Auch aus diesem Grund bilden die hier auftretenden Oberflächen- und Tiefenströmungen einen weltweiten Wasserkreislauf. Auf diese Weise kommt es zu waghalsigen Verwirbelungen, die bis zu 250 Kilometer Durchmesser aufweisen können. Sie befinden sich zum Teil für mehrere Wochen auf dem Ozean und spülen kaltes, sehr nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe nach oben.
Besser bekannte Wasserbewegungen sind Wellen, die beispielsweise vom Wind erzeugt werden, zum anderen aber auch durch Erdbeben entstehen. Einfache Wellen werden anhand einer Seegangsskala gemessen, sich überlagernde Wellen oder "Monsterwellen" erreichen dabei Höhen von bis zu 25 Metern. Tsunamis sind das Ergebnis von Erdbeben in der ozeanischen Kruste, deren Wellen sich erst beim Anrollen Richtung Küste meterhoch auftürmen und daher häufig vollkommen unerwartet eintreten.
Regelmäßig treten allerdings die Gezeiten auf, die als Ebbe und Flut bekannt sind. Sie sind in ihrer Ausprägung im Küstennahbereich von der geometrischen Form der Küsten beeinflusst. Den größte Tidenhub der Erde kann man dabei in Kanadas Atlantikprovinzen in der Bay of Fundy beobachten.
Meerwasser
Der größte Teil der Erde ist von Meerwasser bedeckt. Chemisch gesehen ist Meerwasser eine wässrige Lösung, die sich aus verschiedenen Salzen zusammen setzt, wobei natürliches Meerwasser noch viele andere Bestandteile aufweist.
Der mittlere Salzgehalt des Meerwwassers liegt bei 3,5 %, die Schwankungen von Meer zu Meer und von Ozean zu Ozean sind jedoch sehr unterschiedlich. Die Ostsee beispielsweise hat einen Salzgehalt von 0,4 bis 2,0 %, das Tote Meer dagegen von bis zu 28 %. Die beschriebenen 3,5 % sind der Mittelwert, der für das Hauptvolumen der Ozeane und verschiedene Nebenmeere wie die Nordsee gilt.
Ökosystem Ozean
Im oberen Teil jedes Ozeans befindet sich die Euphotische Zone, in der Pflanzen durch starken Lichteinfall die Photosynthese nutzen, um Energie zu tanken. Pflanzenwachstum endet bereits weitgehend in der Euphotischen Zone. Direkt darunter liegt die Disphotische Zone, in der das Sonnenlicht geringer ist und gerade einmal ausreichende Sicht ermöglicht. Es folgt schließlich die Aphotische Zone, in der kein Sonnenlicht mehr vorhanden ist.
Offener Ozean
80 % der Weltmeere werden als Offener Ozean bezeichnet, in dem nur 1 % der Biomasse produziert wird. Das Pflanzenwachstum wird hier vor allem durch den Mangel an Stickstoffen und Phosphor sowie durch fehlende Metalle begrenzt. Einzig durch saisonal und zeitlich begrenzt auftretende Wasserwirbel kommt es zu Wachstumsphasen, wenn das nährstoffreichere Wasser von ganz unten an die Oberfläche dringt und innerhalb eines Auftriebgebietes Phytoplankton in großem Umfang produziert. Ein ähnlicher Effekt tritt bei Wirbelstürmen auf.
Tiefsee
Die Tiefsee macht Angst - und wurde bis heute nur von wenigen U-Booten erforscht. Hier gibt es keinerlei Sonnenlicht , demnach auch keine Pflanzen und nur wenige Tiefseefische, die vollkommen abhängig sind von ihrer Fähigkeit zur Biolumineszenz (die Fähigkeit von Lebewesen, selbst oder unter Zuhilfenahme von Symbionten Licht zu erzeugen).
Tief unten im Meer befinden sich Unterwasserberge, Ebenen, Gebirge und große Tiefseebecken. In Tiefseerinnen gibt es kalte Quellen, die Leben auch endlos weit unter der Wasseroberfläche ermöglichen.
Ozeane auf anderen Planeten
Auf dem Jupitermond Europa gibt es potentiell einen gloablen Ozean, der unter einer Eiskruste verborgen ist. Der Mars könnte früher Wasserflächen aufgewiesen haben, die heute scheinbar verschwunden sind - es wird nach wie vor danach gesucht. Der Saturnmond Titan mag kleine Ozeane und Seen aus Kohlenwasserstoffen beherbergen, nachgewiesen ist das nicht. Alles weitere hierzu ist und bleibt Spekulation - für die Zukunft. Für den Augenblick müssen wir uns mit unseren Ozeanen begnügen. Um sie zu schützen, bleibt viel zu tun.
